Bau-Tipps
Umbauen "Ja" oder "Nein" - Fehler und Sünden beim Sanieren vermeiden
Gerade heutzutage werden viele Bauherren mit der Frage konfrontiert:
"Kann ich aus unserem alten Haus noch etwas machen, oder reißen wir alles gleich weg und bauen neu?!"
Dass diese Frage von Fall zu Fall verschieden zu beantworten ist liegt auf der Hand. In jedem Fall ist es aber Wert, diese Frage gemeinsam mit einem Experten zu erörtern. Es entstehen oft ausgezeichnete "neue" Baulichkeiten", wenn ein profunder Planer Hand anlegt und aus einem vermeintlichen Abbruch-Haus ein neues Baujuwel schafft (sh. unsere Referenz-Seite).
Gerade Häuser die um 1900 erbaut wurden haben ein besonderes Flair und ermöglichen ein Wohngefühl der Extraklasse. Oft sind es aber auch Objekte jüngeren Datums, die mit planerischem Geschick in zeitgemäße Wohnhäuser verwandelt werden können. Natürlich ist der Planer bei solchen Aufgaben ganz besonders gefordert und benötigt herausragendes Know-how insbesondere über die Verträglichkeit alter und neuer Baustoffe.
Sünden beim Sanieren und Umbauen!
Der Hauptfehler bei der Sanierung alter Häuser (insbesondere solcher, die vor 1900 erbaut wurden) ist die Wahl des falschen Materials. Auf diesen Baustellen hat beispielsweise Zement nichts verloren. Bis auf wenige Ausnahmen wurden früher Häuser ganz ohne Zement errichtet und sollte daher mit den damals verwendeten Materialien (wie Kalk, Trasskalk) gearbeitet werden.
Zement erzeugt eine starre und sperrende Schicht, die sich mit der Elastizität der vorhandenen Substanz nicht verträgt. Risse sind noch der geringste Schaden. Trasskalk gibt es übrigens wie jeden anderen Putz im Baustoffmarkt. Nachfragen beim Verkäufer lohnt sich alle Mal (Trassit plus). Gips ist nicht nur in Feuchträumen, sondern auch in alten Häusern, z.B. zur Befestigung von Leitungen, Elektrodosen etc. absolut tabu.
Die kleinen Ungenauigkeiten, die bei alten Objekten durch die Handarbeit entstanden sind, bestimmen maßgeblich den Charme dieser Häuser. Der Putz wurde früher mit der Kelle aufgetragen und zwar der Kontur der Wand folgend. Vermisst man alte Häuser, erkennt man, das meist nach Augenmaß gebaut wurde und mehr in Proportionen als in Maßeinheiten gedacht wurde. Putz der bei der Sanierung mit der langen Latte aufgetragen wird, zerstört den Reiz der Bausubstanz.
Ein altes Haus ist kein Neubau, daher "kann" es einige Dinge nicht, hat dafür aber wieder andere Vorteile. Ein Vorteil ist beispielsweise ein gutes Raumklima mit der richtigen Luftfeuchtigkeit (40 bis 60 %, während Neubauten meist nur 30 % aufweisen). Wenn die Mauern allerdings feucht sind, kann dies viele Ursachen haben. Meist ist nicht nur das late baumaterial schuld sondern Fehler im Ausbau.
Die wichtigste Maßnahme in der Altbausanierung ist die Dämmung der obersten Geschoßdecke. Mindestens 20 cm Dämm-Material auf den Dachboden gelegt, verringert den Energieverbrauch deutlich. Eine Dampfbremse gehört übrigens unter der Wärmedämmung aufgebracht. Deckt man die Dämmung mit einer Folie zu, so wird die Wärmedämmung binnen kurzer Zeit durchnässt und somit wirkungslos.
Wer das Glück hat alte Kastenfenster zu besitzen, der sollte sich bemühen diese zu erhalten. Ein guter Tischler kann kaputte Flügel reparieren und ersetzen. Die Sanierung kostet ein Bruchteil neuer Fenster. Die Wärmedämmung und der Schallschutz ist bei Kastenfenstern wesentlich besser, als allgemein angenommen wird. Hier sollten Sie dem fundierten Planer, bzw. auch den Experten der NÖ-Landesregierung mehr vertrauen als manchem Vertreter.
Der Umbau und die Sanierung eines alten Gebäudes zahlt sich in den meisten Fällen aus und ermöglicht oft ein neues, modernes Wohngefühl in historischen Bausubstanzen zu schaffen.
Sie wollen ein kostenloses Beratungsgespräch, dann kontaktieren Sie uns!
02622/81 818 oder office@korzil.at
DI Manfred Korzil - Hauptplatz 23 - 2700 Wiener Neustadt
Ihr persönlicher Planungsspezialist!
